Ein wenig verspätet berichte ich über die Erlebnisse im Nationalpark Tayrona des letzten Wochenendes. Der Park liegt etwa 100 Kilometer östlich von Barranquilla und erstreckt sich an der Küste über eine Fläche von etwa 15000 Hektar (grob die Fläche von Magdeburg). Beinahe wäre ich nicht imstande gewesen, euch über Tayrona zu berichten, da ich fast die Abfahrt verpennte. Glücklicherweise wurde ich aus dem Bett geklingelt und habe es dann doch noch Spitz auf Knopf geschafft. Problematisch war, dass die Vorbereitungszeit des Packens in etwa 30 Sekunden umfasste, weshalb ich unfassbar gut ausgerüstet war für den Park. Ich hatte weder ausreichend Bargeld noch Verpflegung. Auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die Anderen. Um zu unserem Lager zu gelangen, mussten wir zunächst knapp zwei Stunden zu Fuß durch den Park. Es ergaben sich wundervolle Eindrücke von Flora und Fauna sowie unvergessliche Blicke auf Karibikbuchten. Die Hitze als unser ständiger Begleiter machte einem gut zu schaffen. Wir kamen dennoch wohlbehalten im Camp an. Die folgenden zwei Nächte schliefen wir in Hängematten mit Moskitonetzen. Für eine Siesta sind die Dinger sehr gemütlich, aber länger als drei Stunden am Stück konnte ich darin nicht schlafen. Tagsüber
nutzten wir die Zeit für Ausflüge an die zahlreichen Strände des
Parkes. Am Sonntag hatten zwei Deutsche und ich die glorreiche Idee,
während der Mittagshitze zu einem indigenen Dorf zu wandern. Es stellte
sich während des Weges heraus, dass der Pfad doch schwieriger zu
bezwingen war, als ursprünglich angenommen. Anstatt zu wandern,
kletterten wir knapp zwei Stunden über Steine, Wurzeln, Gestrüpp und
sonstigen Kram, den der Urwald für uns parat hielt (siehe Bild mit der
Riesenwurzel). Die Ankunft im Dorf war wie ein Sieg über den inneren
Schweinehund. Das Dorf selbst bestand nur noch aus seinen
Grundbestandteilen. Leider hatten wir keinen Kolumbianer oder generell
einen Guide, der uns mehr zum Dorf selbst und seiner Geschichte sagen
konnte; demnach war eher der Weg das Ziel. Wir beschlossen dennoch,
einen anderen Rückweg zu nehmen und kamen nach weiteren zwei Stunden des
Umherirrens direkt am Strand heraus. Summa summarum waren wir knapp
fünf Stunden unterwegs, weshalb wir uns das Bier im Anschluss höchst
verdient hatten. Gut, der Text ist lang genug geworden, insofern lasse
ich nun lieber Bilder sprechen.
Tommy
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